Zurück in Russland

KM 6623 | Die erneute Einreise nach Russland und die anschließende Registrierung im Hotel klappt diesmal ohne Probleme, da das Hotel mit der Prozedur vertraut ist. Somit geht es die ersten Tage durch das hügelige Westsibirische Tiefland.

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Tagsüber werden jetzt über 30 Grad erreicht. Es ist kaum möglich wärend des Tages etwas Schatten zu bekommen. An dieser Stelle besteht der Straßenbelag aus so viel Teer, dass ich mit den Reifen einsinke. Die Nächte sind aber angenehm kühl.

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Am Straßenrand stehen Leute, die ein paar Becher Erdbeeren aus dem Wald verkaufen. Bei diesen beiden kaufe ich eine Portion für 100 Rubel.

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Eine Stunde brauchen sie, um einen dieser Eimer zu sammeln. Leider fahre ich die Erdbeeren zu lange in den Packtaschen in der prallen Sonne spatzieren und sie sind schon ziemlich zermatscht als ich sie essen möchte.

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Ich sehe im Rückspiegel einige Motorradfahrer in schwarzer Lederkleidung und dunklen Sonnenbrillen. Der erste Eindruck ist nicht sehr symphatisch und als der Frontmann vor mir einschert und mir ein Zeichen zum Anhalten gibt, ahne ich nichts Gutes. Wie sich aber herausstellt sind es äußerst symphatische Typen und einer davon kommt aus Dortmund. Er ist in der Gegend hier geboren und macht nun mit seinen Kumpels eine Tour durchs Altai-Gebirge.

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Sie nennen sich „Zhigitter-Brothers“ und mit dem Aufkleber, den sie mir aufs Schutzblech kleben bin ich nun für meine weitere Reise markiert. Wir unterhalten uns ein paar Minuten. Sie haben auf ihrer Tour ein Begleitfahrzeug und übernachten in Hotels. Ihr Startpunkt war Astana in Kasachstan.

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In Barnaul plane ich den nächsten Streckenabschnitt nach Krasnoyarsk. Da ich nicht nur die großen Straßen mit viel Verkehr fahren möchte, suche ich mir eine Route über die Ausläufer des Altai-Gebirges, um dann entlang des 388 km langen Krasnoyarsker Stausees in die Stadt zu fahren.

Krasnoyarsk hat für mich eine große Bedeutung, da ich hier Sasha treffen werde. Sie wohnt hier und studiert an der „СибГАУ“ (Sibirische Staatliche Universität für Luft- und Raumfahrttechnik). Es ist eine Partneruniversität der Hochschule Ulm. Obwohl ich auf der Reise viele nette Menschen getroffen habe die mir geholfen haben, ist es für mich sehr schön zu wissen, dass es dort eine vertraute Person gibt, die Einzige auf der ganzen Reise.

Um eine Route durch die Berge zu finden, benötige ich einen ganzen Tag Planung am Laptop. Mein Open-Street-Map Kartenmaterial auf dem Smartphone stößt hier an seine Grenzen. Asphaltierte Straßen gibt es dort nicht mehr und lediglich mit dem Kartenmaterial des russischen Anbieters „Navitel“ und dem genauen studieren von Satellitenbildern komme ich hier weiter.

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Meine geplante Route hat nun 320 Kilometer auf unbefestigten Straßen und ich hoffe, dass die zu überquerenden Furten nicht allzu tief sind und ich möglichst wenig Schlammpisten vorfinden werde. In den letzten Tagen hat es aber kaum geregnet, was schon eine gute Voraussetzung dafür ist. Es gibt warscheinlich nur eine Versorgungsmöglichkeit auf der Strecke, die Bergarbeitersiedlung Werschina Tjoi.

Meine Tage verlaufen zurzeit meist ähnlich: Nach dem Zusammenpacken des Zelts wird gefrühstückt, danach geht es auf die Straße. Zwischenhalte gibt es in den Cafes und zum Einkaufen. Das Angebot in den Cafes ist immer ähnlich: Es gibt Suppen (Bortsch, Lagman) und Fleischgerichte mit Kartoffelbrei oder Nudeln (Gulasch, Kebap, Manti, Pelmeni…). Abends bleibt dann nach dem Aufbau des Zelts etwas Zeit für eine Katzenwäsche, um Musik zu hören und das Tagebuch zu schreiben.

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Ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand auf meiner Reise ist dieses Ladegerät. Es wird am Nabendynamo angeschlossen und stellt über eine Regelelektronik und einen Pufferakku 5 Volt zur Verfügung. Damit kann ich meine USB-Geräte (Telefon, Kamera, Powerbank) während der Fahrt aufladen. Das Ladegerät wurde von einem Mitglied des Radreise-Forums über Jahre entwickelt und optimiert. Man kann es nur als Bausatz kaufen und muss es dann selbst zusammenlöten. Ich habe mich für dieses Gerät entschieden, da es schon ab 14 km/h gut funktioniert. Bisher bin ich auch sehr zufrieden damit, denn das Telefon wird in der gleichen Geschwindigkeit wie mit dem Netzteil geladen. Der kommerzielle Lader von Busch und Müller (Den ich zur Sicherheit auch dabei habe), kann hier bei weitem nicht mithalten.

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Die Straße zwischen Barnaul und Biysk ist frisch asphaltiert. Aus diesem Grund habe ich hier auch mit 127 Kilometern einen meiner besten Tage. Die Bäume um mich herum werden immer zahlreicher und bald ich sehe die ersten Nadelbäume.

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An dieser Stelle wurde überflüssiger Teer von der Baustelle einfach auf die Wiese gekippt. Russland ist groß und ob man hier und da etwas Müll in der Landschaft entsorgt, wird als kein so großes Problem angesehen.

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Auch sehe ich die erste „Radarkontrolle“ während meiner Reise durch Russland. Allerdings dürfte die abschreckende Wirkung dieses Pappaufstellers eher mäßig sein, denn die wenigsten fahren hier vermutlich zum ersten mal vorbei.

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Ein Gedanke zu „Zurück in Russland

  1. Andreas und Elke

    Achtung RADARKONTROLLE , lustige Aufnahme , warst Du zu schnell ? Nein , Verwarnung wegen 127 Tageskilometern . Gute Reise lieber Heinrich , viele Grüße aus Leipzig !

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